Förderperiode 2009
Gegen Drogen und für Integration der Jugendlichen mit Migrationshintergrund
mit Rappen und Breakdance
Projektträger: Magistrat der Stadt Bebra
Junge Migranten/innen fühlen sich oft in unserer Gesellschaft ausgegrenzt, Benachteiligungen bei der schulischen und beruflichen Ausbildung führen oft zu einem schwach entwickelten Selbstwertgefühl. Diese und andere Faktoren erhöhen gerade bei dieser Gruppe das Risikopotential in Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol zu geraten.
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Das Projekt „TALENTS VS Drugs“ setzt genau hier an; junge Leute
mit Migrationshintergrund werden über Breakdance und Rap, zwei wesentlichen
Elementen der HipHop Kultur, angesprochen und motiviert ihre eigenen Fähigkeiten
zu erkennen, auszubauen und für ihre berufliche Laufbahn einzusetzen.
„TALENTS VS DRUGS“ trägt der Tatsache Rechnung, dass Jugendliche
mit türkischen, kurdischen oder russischen Wurzeln oft Ablehnung erfahren,
HipHop, als weltweit verbreitete Kulturform junger Migranten/innen, stößt
beim gesellschaftlichen „Mainstream“ eher auf Unverständnis
denn auf Anerkennung. Ein Wettbewerb in diesem Bereich wertschätzt die
kulturelle Eigenständigkeit dieser Gruppe, nimmt die Interessen der Jugendlichen
ernst und erhöhte damit die Chancen zur Motivation für eine Teilnahme
an diesem Projekt.   Das Projekt war im wesentlichen durch zwei Elemente
geprägt: Die Auswahl der Teilnehmer/innen für die spätere Qualifizierung
zum Tanzlehrer durch einen Breakdance- und Rapwettbewerb und die Qualifizierungsmaßnahme
der Sieger/innen in beiden Kategorien in Verbindung mit der Teilnahme an den
„Deutschen Meisterschaften“ in Stadthagen. Mark Rudi und Waldemar
Miller besprachen im Vorfeld die Regel für den Contest mit den Teilnehmern/innen
aus Bebra und Heringen. Die jungen Leute konnten dabei ihre Vorstellungen
und Ideen mit einbringen. Etwa 70 bis 100 Zuschauer dokumentierten das hohe
Interesse der jugendlichen Migranten/innen an dieser Veranstaltung und sorgten
für positive Rahmenbedingungen durch Applaus und motivierende Zwischenrufe.
Dazu sei noch besonders erwähnt, dass an diesem Tag zwei Gruppen von
Zuschauern/innen und Teilnehmern/innen zusammentrafen, die normalerweise nicht
gemeinsam ihre Freizeit miteinander verbringen würden (Migranten/innen
mit Wurzeln in der Türkei aus Bebra und „Einheimische“ aus
Heringen).
Am darauf folgenden Tag wurden die Sieger durch die beiden Teamer der Tanzschule
Tresor geschult. Dabei benutzten sie Video- und Tontechnik um die Fähigkeiten
der Teilnehmer/innen mittels einer Stärken/Schwächenanalyse zu verbessern.
Jeder Teilnehmer erhielt „sein“ Video als Dokumentation seiner
praktischen Fähigkeiten. In einem Theorieteil lernten die Teilnehmer
etwas über die Grundvoraussetzungen für die Arbeit als Tanzlehrer.
Am 12. Dezember fanden dann die „Deutschen Meisterschaften“ im
Breakdance und Rap in Stadthagen statt. Dort trafen die Gewinner der lokalen
Ausscheidungswettbewerbe aufeinander und kürten die Gesamtsieger in den
beiden Kategorien. Kader Kaval aus Bebra überzeugte die Jury und konnte
sich wohl verdient den ersten Platz im Rap sichern. Kader Kaval „rappt“
bereits mehr als fünf Jahren. „Ich hatte es nicht immer ganz leicht
im Leben, das „Rappen“ war und ist eine große Stütze
für mich.“ Weitere Bilder und „Songs“ können Sie
sich gerne auf der Seite www.myspace.com/ezdai
ansehen.
Das Musikvideo zur Vorentscheidung mit dem Titel „Ein Song für
die Straße“ finden Sie im Internet unter dem folgenden Link: www.youtube.com/watch?v=jiHktVxLUZA
Nachhaltigkeit und Perspektiven
Sowohl die Teilnehmer als auch die Zuschauer/innen haben sich durch das Projekt
mit der Problematik von Alkohol- und Drogenkonsum auseinandergesetzt. Teamfähigkeit,
Ausdauer, Pünktlichkeit und Konzentration waren die wichtigsten Punkte
auf die es bei „TALENTS VS DRUGS“ ankam und die auch als Schlüsselqualifikationen
für einen Einstieg in die Berufswelt gelten. Mark Rudi und Waldemar Miller,
selbst Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund als den der Mehrheitsgesellschaft,
konnten authentisch vermitteln, dass beruflicher Erfolg auch für „sozial
Benachteiligte“ machbar ist.
Leider haben sich an dem Projekt ausschließlich junge Männer beteiligt,
obwohl beide Geschlechter angesprochen wurden. Vermutlich spricht diese
Projektform junge Frauen eher nicht an, hier muss zukünftig eine andere
Möglichkeit gefunden werden, junge Frauen anzusprechen.
Verbesserung der Chancen zur Ausbildung Qualifizierung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Projektträger: Lehrbaustelle der Bauwirtschaft für den Kreis Hersfeld-Rotenburg
Neugestaltung eines Skaterparks durch die jugendlichen Nutzer, als Maßnahme zur Chancenverbesserung für ausbildungsplatzsuchende Jugendliche.
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Im Rahmen dieses Projektes war es geplant Jugendlichen, besonders solchen
mit Migrationshintergrund, einen Einstieg und Einblick in die Berufswelt zu
verschaffen. Sie sollten die Möglichkeit haben besonders Bauberufe kennen
zu lernen. Dabei sollte außerdem versucht werden einige mit Verträgen bei
Firmen in Ausbildungsstellen zu vermitteln.
Wir boten den Jugendlichen der örtlichen Skaterszene an, mit Ihnen Objekte
aus Stahlbeton für die Nutzung auf der Skaterbahn an der Gesamtschule herzustellen.
Für eine erste Besprechung trafen wir uns am 10.09. mit sechs dieser Jugendlichen
zu einer Vorplanung auf der Lehrbaustelle. Es wurden verschiedene Möglichkeiten
erörtert, welche Modelle man herstellen könnte. Ein weiteres Treffen für Anfang
Oktober wurde vereinbart, zu dem die Jugendlichen weitere Interessenten mitbringen
wollten. Ferner wurde besprochen das Projekt im Wesentlichen während der Herbstferien
durchzuführen, da in dieser Zeit die Umsetzung zeitlich am einfachsten wäre.
Zwischenzeitlich befassten sich unsere Ausbilder mit der Technik von Skaterbahnen
und planten die Durchführung des Projekts. Zum nächsten Treffen am 08.10.
kamen dann 10 Interessierte. Diesen wurden von uns Vorschläge zur Ausführung
gemacht und eine Terminplanung abgesprochen. Zuerst sollte eine „Olli-Box“
und dann eine „Fun-Box hergestellt werden.
Dies wurde dann in den nächsten beiden Ferien-Wochen ausgeführt. In dieser
Zeit kamen etwa zwanzig junge Leute in verschiedenen Gruppenstärken zu uns.
Gleichzeitig waren vier bis elf Personen anwesend, im Durchschnitt etwa sieben.
Während dieser zwei Wochen wurden die Jugendlichen zum einen fortlaufend mit
verschiedenen Tätigkeiten im Baubereich bekannt gemacht, wobei zahlreiche
ergänzende praktische Übungen stattfanden. Zum anderen wurde in dieser Zeit
die „Olli-Box“ durch die Jugendlichen weitgehend eigenständig, allerdings
unter Aufsicht und Anleitung unserer Ausbilder, hergestellt. Der zeitliche
Ablauf der Herstellung ist in der Anlage dokumentiert. Die verbleibende Zeit
reichte dann nur noch um die Arbeiten an der „Fun-Box“ zu beginnen. Es wurde
noch die Grundschalung erstellt, während die Restarbeiten von den Auszubildenden
der Lehrbaustelle ausgeführt wurden. Nach den Ferien kam nur noch ein Teil
der Jugendlichen Nachmittags um die Arbeiten zu beobachten und zu unterstützen.
Die „Olli-Box“ wurde komplett fertig gestellt und in einer Übergabezeremonie
auf der Skaterbahn an die Jugendlichen übergeben. Die „Fun-Box“ wurde leider
nach dem Ausschalen bei Abheben irreparabel beschädigt. Sie soll im Frühjahr
2010 von den Auszubildenden der Lehrbaustelle in der geplanten Form noch einmal
hergestellt werden. Sie wird dann ebenfalls auf der Skaterbahn aufgestellt,
wobei ein Teil des bereits vorhandenen Fertigteils zusätzlich zum Einsatz
kommen soll.
Ziele und Indikatoren
Ein Ziel des Projektes war es, Jugendliche mit Migrationshintergrund zu qualifizieren. Dies Ziel wurde im Wesentlichen erreicht. Die Gruppe war zwar nicht nur aus der Zielgruppe zusammengesetzt, was aber für die Integration nur dienlich war, da insofern keine Konflikte auftraten, im Gegenteil verlief die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Jugendlichen recht harmonisch. Das Ziel weibliche Jugendliche mit einzubinden wurde dagegen nicht erreicht, da sich in der angesprochenen Gruppe keine Mädchen gewinnen ließen. Auch das Ziel Ausbildungsverträge abzuschließen wurde nicht erreicht. Bei den Gruppenmitgliedern waren leider keine Jugendlichen, die hierfür in Frage kamen, da sie sich in der Regel noch in der normalen Schulausbildung befanden.
Nachhaltigkeit und Perspektiven
Wir glauben mit unserem Projekt einen guten Erfolg erreicht zu haben. Viele
Teilnehmer haben relativ regelmäßig teilgenommen und Interesse an der Maßnahme
gezeigt. Ihnen wurde ein anschaulicher Blick in die Arbeitswelt ermöglicht.
Inwieweit hier eine Berufsfindung beeinflusst oder ermöglicht wurde lässt
sich zu diesem Zeitpunkt nicht abschließend sagen. Wir würden das Projekt
gern fortsetzen um zum einen den Teilnehmern die Möglichkeit der Weiterbildung
zu bieten und Ihnen eventuell Berufsperspektiven anzubieten. Zum anderen würden
wir gern neuen Teilnehmern dieselben Chancen bieten.
Ausbildungsbegleitung in der Probezeit
Projektträger: Verein für Sozialpolitik, Bildung und Berufsförderung e.V. Bildungswerk der nordhessischen Wirtschaft
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Das Mikroprojekt „Ausbildungsbegleitung in der Probezeit“ will zur Stabilisierung von Ausbildungsverhältnissen beitragen und dadurch versuchen, Ausbildungsabbrüche von Jugendlichen zu vermeiden. Auf der einen Seite sollen Betriebe in Ausbildungsfragen beraten und unterstützt werden. Auf der anderen Seite soll Jugendlichen beratend und begleitend dabei geholfen werden, die Schwierigkeiten zu überwinden, die einer erfolgreichen Ausbildung entgegenstehen. Dies geschieht in enger Kooperation mit allen an der Ausbildung beteiligten Stellen, wie Kammern, Schulen, Bildungsträgern und Betrieben.
Zu Beginn wurde das Projekt von den Mitarbeiterinnen des VSB bei der Teamleitung
U25 des Fachreferats Arbeit der Kommunalen Vermittlung in Arbeit sowie der
Teamleitung U 25 der Agentur für Arbeit, dem Ausbildungsberater der IHK und
dem Kompetenzteam des Landkreises vorgestellt. Auch den Ausbildungsberatern
und -beraterinnen anderer Kammern wurde das Projekt zur Unterstützung und
Ergänzung ihrer Arbeit unterbreitet. Die Bildungsträger der BvB-Maßnahmen
wurden über das Angebot der Ausbildungsbegleitung informiert und gebeten,
die Flyer an die betreffenden Auszubildenden und deren Betriebe weiter zu
geben. Fast alle beteiligten Stellen begrüßten das Angebot, lediglich die
Kreishandwerkerschaft stand dem Angebot nicht offen gegenüber, da sie in ihrem
Bereich selbst die Ausbildungsberatung durchführen. Es wurde eine sehr umfangreiche
Teilnehmerakquise durchgeführt. In den Berufsschulen im Landkreis wurde zunächst
Kontakt zu den Schulleitern aufgenommen. Mit Ausnahme der Beruflichen Schule
in Heimboldshausen, die ausschließlich Auszubildende von Kali & Salz betreut,
wurde ein Großteil der 1000 Flyer in den Schulen direkt und in Jugendhäusern
im Kreisgebiet verteilt. Zum einen erfolgte die Bekanntmachung des Angebots
über Fachbereichslehrer und Abteilungsleiter. Zum anderen wurde zahlreichen
Auszubildenden in den 1. Lehrjahren das Projekt direkt im Klassenverband vorgestellt.
Besonderer Schwerpunkt lag bei den Ausbildungsberufen, die eine vergleichsweise
hohe Abbrecherrate haben, wie zum Beispiel im Einzelhandel, der Gastronomie,
der Lagerlogistik oder auch im medizinischen Fachbereich. Bisweilen entstanden
in der Klasse bereits lebhafte Diskussionen um Arbeitsbedingungen und andere
relevante Themen. Dies machte das große Interesse an dem Thema und den Klärungsbedarf
bei vielen offenen Fragen rund um die Ausbildung sehr deutlich. Das Angebot
einer neutralen, anonymen und unabhängigen Beratungsmöglichkeit wurde einhellig
von allen Berufsschülern begrüßt, nur wenige waren der Meinung, das Angebot
sei für sie nicht notwendig, da sie in ihrer Ausbildung prima zurecht kämen.
Mit einigen Bildungsträgern entstand eine enge und sich ergänzende Zusammenarbeit.
In der Krisenprävention und auch in der Krisenintervention konnte einzelnen
Auszubildenden gezielt geholfen werden. So konnte beispielsweise eine Wohnungskündigung
abgewendet werden und ein Schuldentilgungsplan erstellt werden, um ein Ausbildungsverhältnis
zu erhalten. Mit Hilfe individueller Bewerbertrainings konnten sich einige
Teilnehmer neue berufliche Perspektiven eröffnen. Mit Tipps zum lernen konnten
neue Anregungen gegeben werden und durch Informationen über weiterführende
Angebote konkret weitergeholfen werden. Auch in akuten Krisensituationen konnten
durch klärende Gespräche Situationen entschärft werden. Selbst Rat suchenden
Eltern konnte weiter geholfen werden. Obwohl diese nicht direkt zur Zielgruppe
gehörten, hatte sich das Angebot herumgesprochen.
Ziele und Indikatoren
Das Ziel, gerade bei ehemaligen BvB-Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ausbildungsabbrüche zu verhindern, konnte in so fern nicht erreicht werden, da zum Teil nur wenige in reguläre Ausbildungen mündeten und in dieser Zielgruppe offensichtlich wenig Unterstützungsbedarf bestand. Gleichzeitig hat sich aber heraus gestellt, dass der Bedarf an anderer Stelle sehr wohl auch über die Probezeit hinaus besteht. Daher ist es sinnvoll, die Ziele anders zu definieren und auszuweiten.
Den Erfolg des Projektes ist in der Kürze des Projektzeitraumes nicht wirklich in reinen Zahlen zu messen. Auch in der Endphase des Projektes herrscht nach wie vor eine kontinuierliche Nachfrage nach Beratung und Unterstützung. Viele Probleme werden jetzt erst nach Ende der Probezeit offensichtlich, da bis dato noch eine Art vorsichtige Zurückhaltung herrschte. Auch kurz vor Prüfungen ist eine kritische Phase, in der es häufig zu Krisen kommt.
Nachhaltigkeit und Perspektiven
Das Angebot der Ausbildungsbegleitung wurde an sehr vielen Stellen und von
den Betroffenen selbst sehr positiv aufgenommen und als notwendig erachtet.
Sehr schnell wurde jedoch klar, dass das Angebot nicht nur auf die Probezeit
beschränkt werden darf, da häufig auch erst später noch gravierende Probleme
auftauchen können oder sich mit der Zeit erst langsam entwickeln. Die Kompetenz
der Ausbildungsbegleitung ist entscheidend für die Qualität des Projektes,
muss sie doch zum einen eine tiefe Vertrauensbasis herstellen, unterschiedlichste
Lösungsmöglichkeiten parat haben und zwischen verschiedenen Stellen neutral
vermitteln. Eine Kontinuität des Angebotes wäre sehr wichtig, denn es hat
sich gezeigt, dass die Problemlagen bisweilen sehr komplex sind und sich meist
nicht in kurzer Zeit auflösen lassen.
Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Projektträger: Interkulturelles Zentrum Bad Hersfeld e.V.
Gründung einer Fußballsparte mit Teilnahme in der Kreisklasse, aus Spielern mit und ohne Migrationshintergrund, zur Förderung interkultureller Begegnungen und Lernprozesse.
FC International Bad Hersfeld
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Die Verantwortlichen dieses Projektes trafen sich im Frühjahr des Jahres 2009 mit der Idee, eine eigene Fußballmannschaft zu gründen. Die Motivation dazu war vielfältig. Einerseits hat der Vorstand des Interkulturellen Zentrums (kurz: IkuZ) festgestellt, dass sehr wenige Jugendliche den Weg zu uns finden, andererseits wurde erkannt, dass in der Innenstadt Bad Hersfelds sehr viele junge Menschen mit Migrationshintergrund „abhängen“. Da sich innerhalb des Vorstands Fußballbegeisterte befinden, war die Idee einer eigenen Mannschaft schnell entwickelt, weil Sport eine gute Grundlage sein kann, bestimmte Verhaltensmuster einzuüben und soziale Fähigkeiten zu fördern. Dies hat sich das IkuZ in seiner Satzung zur Aufgabe gestellt. Es betreut in Bad Hersfeld und Umgebung Migranten - auch im Asylbewerberheim, um ihnen in kleinen praktischen Schritten bei Veranstaltungen, in Sprachkursen und Projekten (zum Beispiel gemeinsam kochen, beim Sport) oder durch Hilfen bei Behördengängen die Integration zu erleichtern. Dabei lernen Migranten von Deutschen und umgekehrt.
Die neu gefundenen Abteilungsleiter bemühten sich ab etwa Mai mit sehr großem Engagement, die Kontakte zum Hessischen Fußballverband zu knüpfen. Dort wurden sie mit vielen bürokratischen Hürden konfrontiert. Doch es wurde klar, dass dieses Projekt gelingen könnte. Unser Mannschaftsführer und Trainer Göksel Karakus streute daraufhin die Information unter die Jugendlichen, dass ein internationaler Fußballclub gegründet werden soll. Wir erwarteten, dass in etwa 20 Interessierte nötig wären, eine funktionsfähige Mannschaft zu bilden. Dabei sollten erfahrene deutsche und Jugendliche mit Migrationshintergrund zusammenarbeiten. Die Resonanz auf unsere Infos war so groß, dass mittlerweile 30 Mitglieder aus 13 Nationen gefunden wurden, so dass in der Saison 2010-2011 eine zweite Mannschaft gebildet werden kann.
Große Unterstützung erhielt unsere Fußballabteilung durch den Kreis Hersfeld-Rotenburg, der uns an der Schule am Obersberg ihren Sportplatz für die Heimspiele zur Verfügung stellte. Durch viele Gespräche wurden Probleme beseitigt und zusätzliche Hilfen seitens der Kreisverwaltung angeboten.
Am 02. August fand dann das erste Spiel statt und wurde auch gewonnen. Das erste Heimspiel wurde mit vielen Zuschauern, auch vielen Familienmitgliedern der Spieler, die bewusst in das Projekt mit einbezogen wurden, zu einem Fest gestaltet. Alle angebotenen Getränke, Speisen und zusätzliche Einlagen wurden von den Mitgliedern der Sportabteilung und den Aktiven des IkuZ eigenständig organisiert. Dies zeigt, dass sich die Sportler in dieses Projekt integriert fühlen und gestalterisch tätig sein können. Anderseits erkannten sie auch, dass sich eine Art „Familie“ zusammengefunden hat, die deren Probleme ernst nimmt und Lösungsvorschläge mit ihnen zu entwickeln versucht. Am Ende der Hinrunde stand unsere Mannschaft als Herbstmeister ungeschlagen fest.
Ziele und Indikatoren
In Gesprächsrunden (Spielersitzungen), auf dem Sportplatz während des Trainings und der Spiele sollen soziale Verhaltensmuster eingeübt werden, die es den Migranten ermöglichen, sich in unserer Gesellschaft besser zu integrieren und zu existieren. Dabei spielen auch demokratische Strukturen eine besondere Rolle. Es hat sich ein gewählter Spielerrat gebildet, der seine Interessen gegenüber dem Trainer oder dem IkuZ vertritt und somit als Bindeglied fungiert.
In einer speziell für die Fußballabteilung eingerichteten Homepage (www.fcinter09.de) präsentieren auch die Spieler ihre Berichte oder ihre Meinungen. So wird sprachliche Kompetenz entwickelt. Hierbei tritt der Webmaster als Helfer ein, wenn sprachliche Probleme oder Rechtschreibschwierigkeiten auftreten.
Während der Spiele wird von den Spielern ein fairer verbaler und körperlicher Einsatz verlangt. Auch hier wurden gemeinsame Regeln erarbeitet, die zu pünktlichem Erscheinen zu den Spielen oder dem Training führen sollen. Der beste Beweis für die Einhaltung dieser Regeln stellt beispielsweise die Tatsache dar, dass es während der Hinrunde nur eine Rote Karte für einen Spieler gegeben hat, die wohl auch noch unberechtigt gewesen sein soll.
Es hat in mehreren Spielen diskriminierende Äußerungen wegen der teilweise anderen Hautfarbe der Spieler seitens gegnerischer Spieler und Zuschauer gegeben. Mit diesem Hintergrund ist das defensive Verhalten der Jugendlichen besonders hoch anzurechnen. Sicher haben hier der mannschaftliche Zusammenhalt und die Arbeit des Trainers eine große Rolle gespielt. Die Spieler äußern sich auch dahingehend, dass sie im IkuZ und der Fußballabteilung eine „zweite Heimat“ gefunden haben.
Nachhaltigkeit und Perspektiven
Die Fußballer entwickeln neben ihrer Arbeit auf dem Sportplatz viele Ideen
für das Miteinander. So haben sie das Sommerfest des IkuZ mit organisiert,
das Projekt „Kinder der Erde“ in Bad Hersfeld mit der größten Nikolausaktion
am 06. Dezember tatkräftig unterstützt oder Spielabende in den Räumen des
IkuZ veranstaltet. Dies zeigt eine Entwicklung ihrer sozialen Kompetenz. Sie
fühlen sich auch für ihre Mitmenschen verantwortlich. Wir denken, dass dies
einen großer Lernfortschritt darstellt. Sicher wurden in der kurzen Zeit nicht
alle Ziele erreicht, die das Projekt beabsichtigt hat. Die sprachliche Kompetenz
und das schriftliche Formulierungsvermögen soll in einem Bewerbungscoaching
im nächsten Jahr angegangen werden. Viele der Jugendlichen scheitern bei Bewerbungen.
So wurde diese Idee geboren. Die sportliche Perspektive ist klar. Im kommenden
Jahr wird der Aufstieg in die nächst höhere Spielklasse angestrebt. Da sich
so viele Spieler an diesem Projekt beteiligen, wird eine zweite Mannschaft
für die Saison 2010-2011 angemeldet werden. Falls sich ein weiterer Trainer
findet, werden wir versuchen, auch eine Jugendmannschaft zu gründen, sodass
für Nachwuchs aus den eigenen Reihen gesorgt werden kann. Die Arbeit der Sportabteilung
wird recht gut auf der Homepage www.fcinter09.de
dokumentiert. Dort finden sich Bilder einiger Spiele, Kopien von Zeitungsberichten,
die Ergebnisse und der Tabellenstand. Leider haben sich noch nicht alle Spieler
mit ihrem Steckbrief dort eingefügt. Dies wird aber ständig ergänzt.
Aufbau eines Beschäftigungs- und Qualifizierungsnetzwerkes für Jugendliche in Schenklengsfeld
Projektträger: Förderverein Werra Fulda Bahn e.V.
Beim Erhalt und zur Vorbereitung touristischer Nutzung einer stillgelegten Eisenbahnstrecke gibt es vielfältigste Möglichkeiten beruflich qualifizierender und orientierender Jugendarbeit.
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Der FWFB wurde 1994 gegründet, um die Hersfelder Kreisbahnstrecke von Bad Hersfeld nach Heimboldshausen nach erfolgter Betriebseinstellung zu erhalten. Dieses sollte durch Schaffung eines musealen touristischen Gelegenheitsverkehrs geschehen. Da die Einrichtung eines Eisenbahnverkehrs eine schwierige Angelegenheit ist, dauern die Bemühungen bis heute an. Im September 2009 ist der FWFB nun Eigentümer der Strecke und des dazugehörigen Betriebsgelände in Schenklengsfeld geworden.
Der FWFB hat seit seiner Gründung immer die Mitarbeit von Jugendlichen im Fokus gehabt. Trotz Bemühungen bei Schule und Ortsjugendpflege konnten in der Vergangenheit keine Erfolge erzielt werden.
Mitte 2009 hat sich das geändert. Nach Regelung der Eigentumsverhältnisse
steht inzwischen Personal zur Verfügung und gleichzeitig eröffnete sich mit
dem ESF-Programm „Stärken vor Ort“ die Möglichkeit, die angedachten Vorhaben
auch umzusetzen. In einer überschaubaren Gemeinde wie Schenklengsfeld hat
man einen gewissen Überblick über die Situation der Jugendlichen, gerade auch
über die „Fälle“, die hinsichtlich Schulabschluss oder Berufsausbildung Probleme
haben. Aufgrund der schlechten Finanzlage der kleinen Gemeinden im ländlichen
Raum ist eine kommunale Jugendarbeit nur in bescheidenem Rahmen möglich. So
kann die Jugendarbeit nur gemeindeübergreifend mit Unterstützung der Kirche
stattfinden. Dabei sind drei Gemeinden mit über 20 Ortsteilen abzudecken,
wobei allen Altersgruppen Berücksichtigung zuteil werden soll.
Ziele und Indikatoren
Der FWFB kann eine Vielzahl von Betätigungsfeldern speziell für ältere Jugendliche bieten, konnte aber aufgrund fehlender personeller Ressourcen bisher keine eigene Jugendarbeit aufbauen. Mit seinem Projekt möchte der FWFB ein Angebot machen, eine Lücke im Rahmen der kommunalen Jugendarbeit schließen und den Jugendlichen Perspektiven für eine berufliche Zukunft aufzeigen. Neben bekannten Jugendlichen sollten Weitere aus dem regionalen Nahbereich gewonnen werden. Hierzu war eine erste Zielsetzung des Projektes, Kontakt mit allen im Bereich Jugendarbeit tätigen Einrichtungen in und um Schenklengsfeld aufzunehmen. Obwohl das herangetragene Anliegen des FWFB überall auf positives Interesse stieß, war es doch ernüchternd, dass die kontaktierten Stellen recht unflexibel ihren Bereich abdeckten und darüber hinaus keine konkrete Kooperation im Sinne des Projektes anbieten konnten. Auch Datenschutzbestimmungen trugen dazu bei, dass die ursprünglich ins Visier genommene Zielgruppe nicht erreicht wurde. Als Pluspunkt konnte verbucht werden, dass Kontakt zu engagierten Personen aus anderen Projekten geknüpft werden konnte. Eine Zusammenarbeit, wenn wurde mit diesen vereinbart.
Die kontaktierten Stellen waren:
Ortsjugendpflege, Kirche, Jugendhilfestation Wüstfeld, Jugendamt, Arbeitsamt, Schule
Nach den Erfahrungen der Anfangsphase war der FWFB genötigt, die Strategie zu ändern und sich direkt an die örtliche Jugend zu wenden. Neben einer Vielzahl von Einzelgesprächen wurde nochmals die örtliche Schule kontaktiert.
Um einen angesagten Aufhänger zu bieten, wurde das Themenspektrum des Projektes um einen neuen Schwerpunkt „Internet“ erweitert.
Interessierten Jugendlichen soll die Möglichkeit gegeben werden, neben der Herrichtung der Räumlichkeiten unter der Anleitung eines EDV-Fachmanns eine EDV-Anlage aufzubauen und anschließend eine Internetpräsentation des Projektes zu erstellen.
In der Perspektive soll die Ortsjugend den so geschaffenen Freizeitraum in einer Art „Internetcafé“ erhalten, als zusätzliches Angebot im Rahmen der Ortsjugendpflege.
Die Herrichtung der Räume beinhaltete ein umfassendes Spektrum an handwerklichen Arbeiten. Beginnend bei der Planung, über die Beschaffung des erforderlichen Materials, bis zur Nutzung geeigneter Werkzeuge konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer völlig neue Erfahrungen sammeln und sich Grundqualifikationen aneignen.
Angefangen bei Mauerarbeiten, über die Bearbeitung und den Einsatz von Holz, der Anlage einfacher Schaltungen in der Elektroinstallation, bis zu zeitgemäßen Wärmedämmtechniken, konnten die Jugendlichen ein breites Spektrum an Handwerk kennen lernen.
Viele praktische Dinge oder Kniffe waren der jungen Generation völlig unbekannt. Von der Funktionsweise einer Schlauchwasserwaage bis zum richtigen Aufhängen der Frühstückswurst reichten die Tipps. Aufgrund des neuen Raumkonzeptes und der modernen bautechnischen Anforderungen mussten die Heizungsanlage umgebaut und teilweise erneuert werden. Ein Schornstein war zu sanieren und verschiedene Wärmedämmmaßnahmen waren durchzuführen bevor der eigentliche Innenausbau mit den Installationen für die EDV-Ausstattung begonnen werden konnte.
Nachhaltigkeit und Perspektiven
Da in der Regel nur eine Betreuungsperson gestellt werden konnte und die Arbeiten
von Schulung und Erläuterungen begleitet waren, nahmen die verschiedenen Tätigkeiten
doch einen größeren Zeitrahmen in Anspruch, als ursprünglich vorgesehen war.
Da mit dem derzeitigen Projekt aber dennoch ein vorzeigbarer Abschluss geschaffen
werden sollte, auf dem eine Fortführung des Projektes aufbauen kann, mussten
zwangsläufig andere ursprünglich angedachte Themen bzw. Arbeitsfelder zunächst
zurückgestellt werden. Leider konnte der vorgesehene Kettensägekurs nicht
durchgeführt werden, weil unsere Jugendlichen nicht das Mindestalter hatten.
Um aber dennoch praxisbezogene Übungen anbieten zu können, muss das ursprüngliche
Konzept erweitert und modifiziert werden.
Damit alle ursprünglich vorgesehenen Themenfelder noch behandelt und die praktische
Umsetzung des Gelernten fortgeführt werden kann, hoffen wir auf die Möglichkeit
einer Fortsetzung des Projektes in 2010.
Vertiefte Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche und Einstellungstests
Projektträger: FAA Bildungsgesellschaft mbH, Südost
Über die Förderung im Umgang mit Sprache und sinnentnehmenden Lesen sollen die Vorraussetzungen von Schülern für Bewerberverfahren verbessert werden.
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Das Projekt richtete sich an maximal 20 Hauptschüler der Konrad-Duden-Schule,
Gesamtschule Obersberg und der Gesamtschule Schenklengsfeld. Aus organisatorischen
Gründen wurde die Maßnahme mit 15 Jugendlichen der 8. Klasse der Konrad-Duden-Schule
realisiert. Die Klasse wurde in zwei Gruppen à sieben bzw. acht Schüler aufgeteilt,
und fand an je zwei Nachmittagen der Woche im Zeitraum vom 03.11. bis 9.12.2009
statt.
Ziele und Indikatoren
Ziel der Maßnahme war es, besonders benachteiligte Schüler im Umgang mit Sprache zu fördern. Gerade bei Vorstellungsgesprächen ist es wichtig sich in vollständigen Sätzen auszudrücken und Anliegen gut und richtig zu formulieren. Daher ist die Stärkung dieser Fähigkeit eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung. Heutzutage ist aber die Ausbildungsplatzsuche und damit verbundene Eignungstests und Vorstellungsgespräche sehr vielschichtig, und bedarf neben den sprachlichen Fähigkeiten weiterer umfassender Kenntnisse. Diese wurden den Schülern, im Hinblick auf eine optimale Vorbereitung der Bewerbungsphase, ebenfalls vermittelt.
Der inhaltliche Aufbau des Projektes orientierte sich an den verschiedenen Stationen der Berufswahl. Im ersten Termin wurden deshalb zunächst Erwartungen und Fragen der Teilnehmer geklärt, um ihre Wünsche ggf. in das Programm mit einfließen zu lassen. Des Weiteren wurden durch einen Selbsteinschätzungstest Interessen, Stärken, Schwächen und mögliche Berufe herausgefiltert. Hierbei fiel auf, dass die Jugendlichen oft kurze Statements des Beurteilungsbogens inhaltlich nicht verstehen und Wörter wie Loyalität und Engagement erklärt werden müssen. Die Punkte wurden alle erläutert und Einschätzungen gemeinsam in der Gruppe besprochen. Im Anschluss sollten sie anhand ihrer persönlichen Auswertung die wesentlichen Merkmale in Frage kommender Berufe herausarbeiten.
Im zweiten Termin wurden die inhaltliche und optische Form einer Bewerbung besprochen. Dazu gehörten die Auswahl der richtigen Mappe, Papier und Foto sowie die richtige Reihenfolge der Unterlagen. Weiterhin wurden mit den Schülern gemeinsam verschiedene Bewerbungen, Lebensläufe und Deckblätter durchgesprochen. Methodisch wurden dafür Lückentexte, fehlerhafte und fehlerfreie Schreiben zum Vergleichen und Analysieren genutzt. Auch dabei wurde durch die Gegenüberstellung und das Erkennen von richtigen und falschen Textbausteinen wieder sinnhaftes Lesen und Ausdruck geübt.
In Vorbereitung auf den dritten Termin wurde das Thema Eignungstest bereits angesprochen. Im Folgenden wurden dann Inhalte, Sinn und Aufbau eines Eignungstests besprochen. Die Jugendlichen wurden auf besondere Formulierungen hingewiesen und übten diese an ausgewählten Beispielen. Anschließend wurde ein gängiger Eignungstest unter Realbedingungen geschrieben. Hierbei zeigte sich, dass die Jugendlichen oft sehr oberflächlich lesen, und daher Aufgabenstellungen kaum oder falsch verstehen. Einige allgemeinbildliche Themen wurden in der Schule zwar noch nicht behandelt, trotzdem fielen in diesem Bereich auch insgesamt erhebliche Defizite auf. Der Test wurde von mir ausgewertet und im Folgetermin mit den Jugendlichen diskutiert.
Ab dem vierten Termin wurden die Inhalte wesentlich praktischer. Vorher besprochene Ausdrucksmöglichkeiten und Formulierungen wurden in Rollenspielen, Textpuzzles und Probetelefonaten mit potenziellen Firmen geübt. Weiterhin wurden Vor- und Nachteile einer telefonischen Bewerbung erarbeitet. Im zweiten Teil dieses Termins wurden mögliche Fragen eines Bewerbungsgespräches mit Antwortmöglichkeiten erörtert und auch der Bereich Körpersprache wurde behandelt.
Um Ausdrucks- und Formulierungsfähigkeiten der Schüler zu fördern, hat Jeder verdeckte Fragen gezogen, diese vorgelesen und musste eine Antwort dazu verfassen.
Die Termine fünf und sechs befassten sich mit den Bewerbungsfilmen. Hier flossen alle im Vorfeld erarbeiteten Informationen (Inhalte des Wunschberufes, Fragen und Antworten eines Bewerbungsgespräches, Körperhaltung etc.) mit ein. Die Vorgaben waren Bewerbungsfilme mit und ohne Fehler. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, sich einen Besprechungsraum gemäß des Themas herzurichten, und auch Kleidung, Umgangsformen und Unterlagen dementsprechend auszuwählen.
Dazu gab es Rollenkarten, welche die Jugendlichen dabei unterstützten, das Gespräch zu führen. Diese praktischen Übungen und Spiele machten den Schülern sehr viel Spaß, sie waren sehr kreativ und es wurden gute Filme produziert. Viele vorher erarbeiteten Sachen haben sie gut umgesetzt und einfließen lassen.
Im Anschluss an jeden Termin haben die Schüler eine Zusammenfassung des behandelten Themas, sowie Beispiele bekommen, welche sie in einer, zu Beginn des Projektes ausgeteilten Mappe, einsortieren konnten, um die Sachen gebündelt später nutzen zu können.
Nachhaltigkeit und Perspektiven
Insgesamt kann das Projekt als erfolgreich bewertet werden. Die Zusammenarbeit
mit der Schule, sowohl im Vorfeld als auch während des Projekts, war sehr
positiv. Die Lehrer erhielten ein Kurzkonzept und die Schüler wurden durch
einen Informationstermin vorbereitet. Die Treffen fanden nicht im Anschluss,
sondern als Ersatz zum Unterricht statt. Auch die Gruppengröße und die Durchführung
außerhalb der Schule haben zu einer guten und entspannten Arbeitsatmosphäre
beigetragen. Zwei der im Projektformular genannten Indikatoren (Teilnehmerzahl,
Bewerbungsfilme) wurden erreicht und erfolgreich umgesetzt. Lediglich das
Bestehen des Eignungstests konnte nicht realisiert werden. Dies lag daran,
dass die Wissensanforderungen zu hoch waren. Viele Dinge waren den Schülern
nicht bekannt bzw. wurden in der Schule noch nicht behandelt. Damit 80% der
Schüler diesen Test bestehen, hätte man mehr Einheiten diesem Thema widmen
müssen, um auch inhaltliche Dinge dieser Tests besser zu üben.
Die Resonanz der Schüler war sehr positiv, sie waren engagiert bei der Sache,
haben gut mitgearbeitet und alle gestellten Aufgaben erledigt. Einige berichteten
bereits während des Trainings, dass sie ihre neu erworbenen Kenntnisse schon
nutzen bzw. in der Familie weiter geben konnten. Es wird auch noch einmal
einen Nachbereitungstermin in der ganzen Klasse geben, in dem die Schüler
eine DVD mit den gedrehten Filmen bekommen, sowie eine umfassende Broschüre
mit Übungs-CD für Eignungstests etc.
Die Schüler hatten noch keine weiteren Vorerfahrungen im Bereich Bewerbung
und Ausbildungsplatzsuche, und haben einen guten Einblick in diesen Themenbereich
bekommen. Viele Dinge konnten aufgrund des zeitlich vorgegebenen Rahmens nur
angerissen werden, werden allerdings als Empfehlung in der Nachbereitung an
die Lehrer weitergegeben.
Verein Kanuwanderer Hersfeld 1986 e.V. unterstützt Jugendpflege
Projektträger: Kanuwanderer-Hersfeld 1986 e.V.
Kooperation zur Integration benachteiligter Jugendlicher ins Vereinsleben, Förderung sinnvoller Freizeitgestaltung.
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Kanusport ist eine der eindrucksvollsten Sportarten, die entgegen landläufiger
Meinung für alle Altersgruppen gleichermaßen geeignet ist. Man kann Paddelsport
betreiben als Freizeit- und Ausgleichssport, als Familiensport, aber auch
als Hochleistungssport – unser „Sportplatz“ reicht vom Bachlauf über Flüsse
und Seen jeder Größenordnung bis zu Meer- und Küstenfahrten – von Zahmwasser
bis zum Wildwasser. Die Kombination aus Bewegung und Naturerlebnis ist die
eigentliche Faszination dieser Sportart. Trainiert wird vor allem die Ausdauer
mit positiver Wirkung auf Herz, Kreislauf und Muskulatur, und wer in körperlich
guter Verfassung ist, kann das Kanu- und Kajak fahren leicht erlernen. Das
geht natürlich am besten im Verein: Man bekommt zunächst die nötige Ausrüstung
bereitstellt und wird von erfahrenen Kanuten und Übungsleitern betreut bzw.
in die Technik des Paddelns eingewiesen. Intensives Sicherheitstraining ist
einer der Schwerpunkte. Weiter werden Befahrungsregeln, die jährlich vom Deutschen
Kanuverband für alle Gewässer aktualisiert werden, ebenso vermittelt wie allgemeine
Verhaltensregeln (soziale Kompetenzen) und Naturschutzbestimmungen. So finden
sich Gleichgesinnte, was den Lernprozess und die Ausübung dieser naturverbundenen
Sportart erleichtert.
Ziele und Indikatoren
Unser Ziel in der Zusammenarbeit mit der Stadtjugendpflege ist es, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, alles über diese Sportart kennen zu lernen und ausprobieren zu können. Die Mitarbeiter der Stadtjugendpflege bieten die Kurse in ihrem Programm an und kommen dann mit den Interessenten zu unserem Vereinsheim.
Wir stellen das gesamte Equipment und unsere erfahrenen Aktiven, die Herren Jens Schneider, Gerhard Müller, Rainer Dehnhardt, Günther Knoth, vermitteln dann Schritt für Schritt das Wesentliche zum Thema Kanusport in Theorie und Praxis. Dies geschieht jede Woche donnerstags von 17:00 bis ca. 19:30 Uhr.
Der Ablauf einer solchen Trainingsstunde beginnt nach dem Umziehen (Sport- bzw. Badebekleidung) mit der Zuteilung der Boote, Paddel, Schwimmwesten und Spitzdecken (ggf. noch Helme und Lukendeckel). Sind die Sitzvorrichtungen auf die jeweilige Person eingestellt, werden die Boote zum Vereinssteg an die Fulda gebracht. Eine wesentliche praktische Übung besteht nun im sicheren Ein- und Aussteigen mit unterschiedlichem Einsatz der Paddelbrücke. Am Ende der jeweiligen Trainingseinheit werden die Boote wieder zum Vereinsheim gebracht, gesäubert und im Bootsschuppen gelagert. Auch das restliche Equipment kommt an seinen Platz. Nach Umziehen (ggf. Duschen) werden die Kinder meist in die Obhut der Erziehungsberechtigten entlassen.
Wenn die Kinder und Jugendlichen das Ein-und Aussteigen beherrschen, beginnt das eigentliche Paddeln. Die verschiedenen Zug und Konterschläge müssen so lange geübt werden, bis das Boot dem Kauten gehorcht und nicht umgekehrt – eine fürwahr schwierige Phase. Wenn die Jugendlichen, die das erfahrungsgemäß unterschiedlich schnell im Griff haben (daher auch mehrere Betreuer für die Gruppe/Untergruppe), soweit sind, dass sie das Boot geradeaus, backbord und steuerbord laufen lassen können, werden erste kleine Strecken flussauf bzw. flussab bewältigt. Mit der Zeit wird die Bootsbeherrschung selbstverständlich und dann öffnet sich auch der Blick für die Umgebung (Natursportart: Hinweise auf Flora und Fauna werden dann von den Betreuenden gegeben). Nach wenigen Wochen verlangt es nach mehr „action“ – das ist der Zeitpunkt, wo man zum Beispiel ins Freibad wechseln muss, um ganz gezielt das Kentern und die dazugehörigen richtigen Verhaltensweisen zu üben (Spitzdecke lösen, unter Wasser aus- und einsteigen, Boote gemeinsam bergen und leeren u.a.m.).
In der Folgezeit muss das natürlich auch auf dem Fluss geübt werden. Bootssicherheit, eigene Beweglichkeit und gezielte Bootsbewegungen werden dann beim Kanupolo vertieft. Dies macht den Teilnehmern großen Spaß und wirkt ungemein motivierend. Alles bisher Gelernte wird nun (meist unbewusst) eingesetzt und vertiefend geübt.
Ende September zeigte sich bei einer kleinen Fragebogenaktion, dass viel gelernt wurde und dass das gesamte Projekt bei allen Beteiligten gut angekommen war.
Sozusagen der Höhepunkt und gleichzeitig der „Abschlusstest“ war die Teilnahme der kompletten Gruppe (natürlich mit Einverständnis der Eltern) an der Bezirkslollsfahrt (näheres unter: www.kanuwanderer-hersfeld.de ) im Oktober. Alle bewältigten ohne besondere Vorkommnisse die 15 Kilometer lange Flussstrecke von Rimbach bis nach Mengshausen.
Nachhaltigkeit und Perspektiven
Im November und Dezember trifft sich die Gruppe zur theoretischen Aufarbeitung
anhand von Kanufilmen, aber auch Sport (Fußball, Tischtennis, etc) und Spiel
kommen je nach Wunsch, Wetter und Interessenlage nicht zu kurz. Im kommenden
Frühjahr werden wir als Kanuwanderer erneut mit der Stadtjugendpflege kooperieren
und Jugendlichen unser Angebot offerieren.
Konzeptentwicklung für ein Zentrum für junge Menschen im Übergang Schule-Beruf und in Berufsnot
Projektträger: Zweckverband für Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Konzeption Café Orient zur beruflichen Orientierung
Mit unserem Modell verfolgen wir das Anliegen, bewährte Hilfeangebote der bisherigen Bewerbercafés in Bad Hersfeld und Rotenburg konzeptionell zu erweitern und neue Angebote zu generieren, die eine neue Qualität von Dienstleistungen für junge Menschen an der ersten und zweiten Schwelle zum Eintritt in das Berufsleben und ihre Angehörigen darstellen. Die Namensbezeichnung „Café Orient“ ist in der Zielsetzung begründet, umfassende Orientierungshilfen anzubieten. Der Name dokumentiert gleichermaßen Kontinuität und Neubeginn. Das im Folgenden dargestellte Konzept verfolgt das Anliegen, an der Schnittstelle der SGB II, III und VIII ein rechtskreisübergreifendes offenes Angebot zu schaffen, das allen jungen Menschen und ihren Eltern oder Sorgeberechtigten Unterstützung bei allen Fragen auf dem Weg in den Beruf anbietet. Ausdrücklich wird angestrebt, auch für nicht benachteiligte junge Menschen Beratungs- und Hilfeangebote zu generieren, da diese Zielgruppe tendenziell unterversorgt ist. Um eine bedarfsgerechte Koordination der Angebote zu gewährleisten und um Parallelstrukturen zu vermeiden, wird ein Beirat von Bedarfsträgern und weiteren von diesen zu bestimmenden Akteuren des Arbeitsmarktes angestrebt.
Ziele und Indikatoren
• Junge Menschen an der Schwelle zum Beruf zu unterstützen, einen selbstbestimmten
und authentischen Einstieg in das Berufsleben zu schaffen.
• Synergien durch Querschnittsangebote an der Schnittstelle der SGB II, III
und VIII zu entwickeln.
• Optimierung der Abstimmung zwischen den Bedarfsträgern.
Dieses Angebot soll von allen Bedarfsträgern und mit Eigenmitteln gemeinsam
finanziert und konzeptionell weiterentwickelt werden. Dazu ist ein Beirat
einzurichten, dem Vertreter aller beteiligten Bedarfsträger angehören.
Unsere Ressourcen
- Standorte des Projektes sind die Alte Schmiede in Bad Hersfeld und das Haus
der Diakonie in Rotenburg als bekannte Institutionen. Dort befinden sich funktionale
und gleichermaßen atmosphärisch ansprechende Räumlichkeiten.
Hauptstandort wird die Alte Schmiede in Bad Hersfeld sein. Die dortigen Räumlichkeiten
werden erweitert, indem im Foyer ein jugendgerecht gestalteter Aufenthaltsraum
eingerichtet wird. Auch das in Bebra entstehende Diakoniezentrum wird eine
Anlaufstelle bieten, von der aus sämtliche Ressourcen der „Zentrale“ verfügbar
sind. - Finanzielle Eigenmittel werden bereitgestellt.
- Weitere Drittmittel werden akquiriert.
- Qualifiziertes Fachpersonal mit profunden Kenntnissen des regionalen Arbeits-
und Ausbildungsmarktes, des Angebotsspektrums der SGB II, III und VIII und
guten Kontakten zu den Bedarfsträgern, Schulen und Verbänden.
- Gute operative Vernetzung mit angrenzenden Angeboten, insbesondere mit den
Kompetenzmanagerinnen, Jobcoaches und interkulturellem Fallmanagement.
- Hohe Akzeptanz bei allen Akteuren des Arbeits- und Ausbildungsmarktes in
der Region. Zielgruppen
- Schüler aller Schultypen
- Auszubildende
- Maßnahmeteilnehmer U 25
- Arbeitsuchende junge Menschen
Querschnittsaufgaben für alle Bedarfsträger:
Im Folgenden wird das Spektrum von Angeboten dargestellt, auf das die Besucher
des Café Orient zu verbindlichen Öffnungszeiten ohne Voranmeldung zugreifen
können. In der Darstellung unterscheiden wir zwischen bereits etablierten
Angeboten der bisherigen Bewerbercafés und in der Entwicklung befindlichen
bzw. neu zu generierenden Angeboten.
Bestand:
• Unterstützung bei Bewerbungen
Unsere Fachkräfte verfügen über umfassende Kenntnisse des regionalen Ausbildungs-
und Arbeitsmarktes und sind behilflich bei der Recherche nach geeigneten Stellen.
Im Bereich der Qualifizierungen und Arbeitsgelegenheiten verweisen sie auf
den zuständigen Bedarfsträger und ermutigen die jungen Menschen, ihr Interesse
entsprechend anzumelden. Die Bewerbungshilfen schließen Unterstützung bei
der Suche nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Qualifizierungsmöglichkeiten
und Arbeitsgelegenheiten ein. • Autonome Nutzung der Ressourcen
Zu festgelegten Öffnungszeiten stellt der Träger eine Reihe von Ressourcen
zur Verfügung, die von den jungen Menschen genutzt werden können. Das Angebotsspektrum
reicht von der eigenständigen Nutzung der PC-Arbeitsplätze bis zu differenzierter
Einzelberatung durch unsere Fachkräfte in allen Fragen rund um das Thema Bewerbung
und Berufsorientierung.
• Lotsendienste
Beim Erkennen von Problemlagen werden den KlientInnen Möglichkeiten aufgezeigt,
sich an entsprechende Einrichtungen und Stellen zu wenden (Suchtberatung,
Schuldnerberatung, psychologische Beratung, BIZ, Fallmanagement, Allgemeiner
sozialer Dienst der Jugendhilfe) Neues:
• Erweiterung des Kundenkreises
Das bisherige Angebotsspektrum bestand bisher vorzugsweise für KlientInnen
aus dem Rechtskreis des SGB II und wurde alleine vom Grundsicherungsträger
und aus Eigenmitteln finanziert. Es ist vorgesehen, diese Angebote für alle
jungen Menschen zu öffnen. • Datenbank für Praktikumsplätze
Unsere Einrichtung führt eine Datenbank, die junge Menschen auf der Suche
nach geeigneten Praktikumsstellen unterstützt. Die Datenbank wird ständig
aktualisiert. • Vermittlung von Auslandspraktika für Auszubildende
Reisen bildet. Über das Programm „Jugend in Aktion“ akquirieren wir Praktikumsstellen
im europäischen Ausland und vermitteln diese. Die Praktikumsbörse kann nicht
nur von Auszubildenden genutzt werden.
• Konfliktberatung für Auszubildende
Wir bieten den Konfliktparteien bei Auseinandersetzungen in der Ausbildung
und/oder bei Problemlagen von Auszubildenden (z.B. Schwangerschaft) unsere
Unterstützung an.
• Ehrenamtlichenpool
Es besteht ein Pool von ehrenamtlichen Paten/Patinnen für junge Menschen zur
Unterstützung beim Übergang Schule-Beruf. Das Leistungsspektrum reicht von
Hausaufgabenhilfe bis Unterstützung bei der Jobsuche.
• WebSite mit Forum
Das Zentrum wird eine WebSite haben, welche den jungen Menschen Hilfestellungen
bietet, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren. Hier finden sich Links zu
allen relevanten Akteuren des regionalen Arbeits-, Ausbildungs- und Qualifizierungsmarktes.
In einem von uns moderierten Forum können sich unsere KlientInnen untereinander
in allen Belangen der Berufswegeplanung austauschen.
• Fachberatung für Sozialpädagogen und Lehrer Multiplikatoren aus dem Jugendfreizeitbereich,
Jobcoaches, Kompetenzagenturen, und Lehrerinnen und Lehrer und weitere Akteure
haben die Möglichkeit, sich aus dem Pool von Angeboten zu bedienen (Praktikumsbörse,
Maßnahmenkataster, Ehrenamtlichenpool
• Beirat
Auf Vorschlag des Landkreises und des Trägers wird ein Beirat konstituiert,
dem alle wichtigen Akteure des Ausbildungsmarktes angehören. Aufgabe des Beirates
ist eine bedarfsgerechte Fortschreibung der Konzeption.
Finanzierung A) Der laufende Betrieb des Café Orient wird mit 40 Wochenstunden
(20 Std. Bad Hersfeld, 10 Stunden Bebra und 10 Stunden Rotenburg) angenommen.
Dafür entstehen Kosten von voraussichtlich 70.000 € für
• Fachpersonal
• Raummiete
• Weitere Sachkosten
Die Kostendeckung soll durch eine Mischfinanzierung erfolgen:
• Jugendhilfe (§ 13 SGB VIII)
• Optionskommune (§ 17 SGB II / § 16 SGB II i.V.m. § 46 SGB III)
• Wirtschaftsministerium (Verbesserung des Ausbildungsumfeldes)
• Eigenmittel
Der definitive Umfang der Öffnungszeiten richtet sich nach dem Umfang der
akquirierten Mittel.
B) Zur Förderung der einzelnen Module
• Ehrenamtlichenbörse
• Praktikumsbörse
• Maßnahmenkataster
• Website
werden weitere Drittmittel akquiriert (Stärken vor Ort, OloV, ErToMiS, NN)
und Eigenmittel eingesetzt. Einzelaufträge durch Bedarfsträger. Zusätzlich
und ausserhalb der Räumlichkeiten des Café Orient werden regelfinanzierte
Maßnahmen durchgeführt. • Werkakademie Die TeilnehmerInnen der Werkakademie
(Rechtskreis des SGB II) werden durch unsere Fachkräfte systematisch auf dem
Weg zur erfolgreichen Bewerbung begleitet. (§ 16 SGB II i.V.m. § 46 SGB III)
• Individuelles Bewerbungscoaching SGB-II und SGB-III-KundInnen sowie Selbstzahler
bekommen durch unsere Fachkräfte bedarfsgemäße Hilfe für eine aussagekräftige
Bewerbung. Die SGB-II-KundInnen werden per Eingliederungsvereinbarung eingesteuert,
SGB-III-KundInnen können bei uns Bildungsgutscheine einlösen. (§ 16 SGB II
i.V.m. § 46 SGB III, § 77 SGB III)
• Coaching Alleinerziehende Eine besondere Problemgruppe auf dem Arbeitsmarkt
stellen alleinerziehende Eltern im Rechtskreis des SGB II dar. Diese erhalten
von uns bedarfsgerechte Hilfen zur Aufklärung über ihre rechtlichen Möglichkeiten
zu Hilfeangeboten des SGB-VIII und Unterstützung für Bewerbungen auf geeignete
Arbeitsplätze. Die Einsteuerung der Klientinnen und Klienten erfolgt über
Eingliederungsvereinbarungen (§ 16 SGB II i.V.m. § 46 SGB III).
• Trainings an Schulen An Haupt- und Realschulen werden in geteilten Vorabgangs-
und Abgangsklassen Bewerbungs- und Sozialtrainings durchgeführt (OloV)
Ehrenamtlichenbörse für junge Menschen im Übergang Schule-Beruf
Projektträger: Zweckverband für Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg
Bildung eines Pools von Ehrenamtlichen, die bereit sind Patenschaften für junge Menschen zu übernehmen und beim Eintritt in das Berufsleben zu begleiten.
Beschreibung des Projektes und Verlauf
Vorstellung der Einrichtung
Der Zweckverband für Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und Träger vielfältiger Beratungsstellen. Er wurde 1980 durch die beiden Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg als regionales Diakonisches Werk gegründet.
Vorsitzender des Zweckverbandes ist turnusmäßig Dekan Ulrich Brill, Bad Hersfeld, im Wechsel mit der Dekanin des Kirchenkreises Rotenburg, Gisela Strohriegl. Geschäftsführerin ist die Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker. Die Finanzierung der Beratungsstellen gestaltet sich in unterschiedlicher Weise. Zuschüsse des Landes Hessen, des Landkreises Hersfeld- Rotenburg sowie kirchliche und diakonische Mittel fließen in den Haushalt des Zweckverbandes ein.
Der Bereich Jugendberufshilfe wird von Herrn Christof Dahl geleitet.
Zu der Jugendberufshilfe zählen:
Bewerbercafe Rotenburg
Bewerbercafe „Alte Schmiede“ in Bad Hersfeld und
die Jugendwerkstatt Hersfeld-Rotenburg gGmbH als eigenständige Einrichtung
2) Standort Rotenburg
Im Haus der Diakonie 3 in Rotenburg befinden sich Außenstellen folgender Beratungsstellen:
Psychologische Beratungsstelle - Erziehungsberatung
Beratungs- und Vermittlungsstelle Müttergenesungswerk
Eltern-Säugling-Kleinkind-Beratung der Jugendhilfestation I
Flüchtlingsberatung
Allgemeine Sozialberatung
Beratungs- und Behandlungszentrum für Abhängigkeitserkrankungen
Des Weiteren befindet sich dort das Büro der Jugendberufshilfe für Rotenburg, sowie das Bewerbercafe Rotenburg.
Das Haus wurde im Jahr 2006 komplett grundsaniert.
Künftig wird es in den Räumlichkeiten der Jugendberufshilfe auch die Ehrenamtlichenbörse geben. Ziel ist es, Ehrenamtliche zu finden und zu schulen und zu begleiten, die bereit sind, eine Patenschaft für einen jungen Menschen zu übernehmen, der an der Schwelle in das Berufsleben persönliche Unterstützung braucht.
Der Zweckverband für Diakonie ist vom Fachdienst Jugend des Landkreises Hersfeld- Rotenburg beauftragt worden, mit Geldmitteln aus dem Programm „Stärken vor Ort“ aus dem Europäischen Sozialfond, Patenschaften zu initiieren, junge Menschen mit Startschwierigkeiten in das Berufsleben zu begleiten.
Ansprechpartnerin für dieses Projekt ist Frau Stefanie Klünder, die seit Ende Sept. 09 im Bewerbercafe tätigt ist. Als gelernte Dipl. Sozialpädagogin wird Sie die Ehrenamtlichen entsprechend anleiten und begleiten.
Ziele und Indikatoren
3) Zielgruppe
Die Zielgruppe sind Jugendliche unter 25 Jahre, die es bislang aus unterschiedlichsten
Gründen noch nicht eigenständig geschafft haben, sich in das Berufsleben zu
integrieren. Gründe dafür können sein:
mangelnde schulische Leistungen
mangelnde Motivation
fehlende soziale Kompetenzen
negative Erfahrungen
schlechte Deutschkenntnisse
Orientierungslosigkeit
Desinteresse
private Probleme (z.B. alleinerziehend, innerfamiliäre Schwierigkeiten, schlechte
Vorbilder)
gesundheitliche Probleme (Suchtproblematiken, Allergien, …)
4) Fallbeispiele
Fallbeispiel 1
Melanie ist 17 Jahre alt, hat einen schlechten Hauptschulabschluss und ist
alleinerziehend. Bezüglich einer möglichen Ausbildung hat sie sich noch keine
Gedanken gemacht. Unterstützung von zu Hause erhält sie nur bedingt. Der Vater
des Kindes hat sie verlassen und lebt nun in einer anderen Stadt. Melanie
erhält Leistungen vom Landkreis, und hat nun die Auflage erhalten, sich um
eine Ausbildungsstelle zu bemühen. Bezüglich ihrer ?ewerbungsbemühungen erhält
Melanie im Bewerbercafe Unterstützung, jedoch benötigt sie bei der Bewältigung
ihres Alltages als alleinerziehende Mutter ebenfalls Hilfestellungen. An diesem
Punkt soll die Arbeit des Paten ansetzen. So erhält Melanie als Patin Frau
Müller, diese ist 50 Jahre alt, hat eine abgeschlossene Berufsausbildung als
Kauffrau im Einzelhandel und ist ebenfalls alleinerziehend Mutter von einer
Tochter. Diese lebt jedoch inzwischen mit ihrer Familie in Hamburg. Frau Müller
arbeitet in Teilzeit bei einem Lebensmittel Discounter in Rotenburg. Zwischen
Melanie und Frau Müller wird ein Termin zu einem Erstkontakt ausgemacht. Dieser
findet in den Räumlichkeiten der Jugendberufshilfe in Rotenburg statt. Frau
Klünder wird zu Beginn des Treffens anwesend sein, sich dann jedoch zurückziehen.
Die Beiden verabreden sich zu einem neuen Termin eine Woche später. Es ist
geplant, dass sie gemeinsam das Berufs- Informations- Zentrum (BIZ) in Bad
Hersfeld besuchen, damit Melanie sich über mögliche Berufe informiert. In
der Zwischenzeit besucht Melanie das Bewerbercafe, um damit zu beginnen Bewerbungsunterlagen
zu erstellen. Melanie und Frau Müller treffen sich zunächst einmal in der
Woche. Frau Müller unterstützt Melanie nicht nur bei der Suche nach einer
Ausbildungsstelle, sondern bespricht mit ihr die unterschiedlichen Möglichkeiten
der Kinderbetreuung. Nach einiger Zeit hat sich Melanie für die Berufe Verkäuferin
und Friseurin entschieden. Um sich ein genaueres Bild dieser Berufe machen
zu können, entscheidet sie sich in beiden Bereichen für ein einwöchiges Praktikum.
Gemeinsam mit Frau Müller macht sich Melanie auf die Suche nach einem geeigneten
Praktikumsbetrieb. Die dafür notwendigen Bewerbungsunterlagen erarbeitet sie
im Bewerbercafe. Dank der Hilfe von Frau Müller kann Melanie ihr Praktikum
als Verkäuferin beim Arbeitgeber von Frau Müller absolvieren. Ihr Praktikum
als Friseurin absolviert sie in einem Fachgeschäft in Rotenburg. Nach den
Praktika hat sich Melanie für den Beruf der Friseurin entschieden. Zwischenzeitlich
treffen sich Frau Müller und Melanie nur noch alle 2 Wochen. Melanie konzentriert
sich nun darauf Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle als Friseurin zu verschicken.
Nebenbei ist sie weiter mit Frau Müller auf der Suche nach einer geeigneten
Kinderbetreuung. Melanie entscheidet sich dafür ihr Kind einer Tagesmutter
anzuvertrauen, dies hat sie im Vorfeld mit ihrer Fallmanagerin vom Landkreis
abgesprochen. Die Treffen der Beiden haben sich inzwischen auf einmal im Monat
reduziert. Bei ihren Treffen erkundigt sich Frau Müller stets nach dem Stand
der Bewerbungsbemühungen und lässt sich die Schreiben der erhaltenen Absagen
zeigen. Als Melanie eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhält, bereitet
sie sich im Bewerbercafe darauf vor. Frau Müller begeleitet sie zu Ihrem Vorstellungstermin
(wartet in einem nahe gelegenen Cafe). Nachdem Melanie die Zusage erhalten
hat und auch die Kinderbetreuung geregelt ist, endet die Patenschaft, was
aber nicht bedeuten muss, dass der Kontakt zwischen den Beiden beendet werden
muss. In den Räumlichkeiten der Jugendberufshilfe findet ein Abschlussgespräch
statt, wo beide die Möglichkeit erhalten, die Zusammenarbeit und das gemeinsam
Erlebte zu reflektieren.
Fallbeispiel 2
Michael ist 20 Jahre alt, lebt seit 5 Jahren in Deutschland, hat keine Ausbildung
und keinen Schulabschluss. Auch er bezieht Leistungen vom Landkreis. Trotz
mehrfacher Deutschkurse bereitet im die deutsche Sprache noch immer Schwierigkeiten.
Er hat vom Landkreis die Aufgabe sich um einen Job zu bemühen. Herr Rauch
ist 61 Jahre alt, war als Tischler tätig und ist seit einem Jahr Rentner.
Er lebt gemeinsam mit seiner Frau in Lispenhausen. Herr Rauch ist begeisterter
Motorrollerfahrer. Zwischen Herrn Rauch und Egon wird ein Erstkontakt im den
Räumlichkeiten der Jugendberufshilfe hergestellt. Die beiden verabreden sich
für einen Termin in der nächsten Woche. Wie auch Herr Rauch interessiert sich
Egon für Zweiräder. Bei ihrem zweiten Treffen unterhalten sich die beiden
viel über ihr gemeinsames Hobby, Herr Müller hat auch entsprechende Fachliteratur
mitgebracht, in der beide gemeinsam lesen. Egon erscheint zwischen den Treffen
im Bewerbercafe, um sich über mögliche Stellen zu informieren und beginnt
mit dem Erstellen von Bewerbungsunterlagen. Auch die weiteren Treffen (1x
pro Woche) mit Herrn Rauch finden in den Räumlichkeiten der Jugendberufshilfe
statt. Durch das gemeinsame Lesen der Fachliteratur übt Herr Rauch mit Egon
die deutsche Sprache. Durch die Bewerbungsbemühungen im Bewerbercafe findet
Egon einen Job als Lagerhelfer bei einer Logistikfirma in Bad Hersfeld. Nach
weiteren stattgefundenen Treffen, bei denen es weiterhin um die Verbesserung
der Sprachkenntnisse ging, erhalten die Beiden in einem Abschlussgespräch
die Möglichkeit die Zusammenarbeit und das gemeinsam Erlebte zu reflektieren.
Während der gesamten Zusammenarbeit steht Frau Klünder den Jugendlichen, wie
auch den Paten jederzeit als Ansprechpartner zu Verfügung. Die Paten nehmen
in dieser Zeit auch an Gruppenveranstaltungen teil, dort erhalten sie die
Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen, wie auch Probleme und Fragen
anzusprechen. An zwei Terminen wird auch eine Supervisorin anwesend sein.
Nachhaltigkeit und Perspektiven
5) Ablauf/ Aufbau
Der Ablauf/ Aufbau der Ehrenamtlichenbörse gliedert sich wie folgt:
Akquise/ Kontaktaufnahme
Die Ehrenamtlichen werden durch Kontakte über die PfarrerInnen, über Kontakt
zu Vereinen und über Öffentlichkeitsarbeit (Zeitungsartikel) akquiriert. Es
werden entsprechende Flyer verteilt, auf denen die Kontaktdaten stehen. Die
Jugendlichen werden über Fallmanager, Jobcoaches und Schulsozialarbeiter akquiriert.
Sobald Ehrenamtliche und auch Jugendliche sich bei Frau Klünder für das Projekt
angemeldet haben, wird mit den erhaltenen Informationen ein Kontaktdatenblatt
erstellt, welches dazu dient, eine geeignete Konstellation zwischen Pate und
Jugendlichem zu ermöglichen.
Erstkontakt
Sobald eine geeignete Konstellation gefunden wurde, werden der Pate wie auch
der/die Jugendliche zu einem Ersttreffen in die Räumlichkeiten der Jugendberufshilfe
eingeladen. Beide erhalten dann entsprechende Informationen wie auch Unterlagen.
Es werden gemeinsam die Ziele besprochen, die von Fall zu Fall individuell
erarbeitet werden. Im Anschluss haben die Beiden dann die Möglichkeit, sich
näher kennen zu lernen und sich auf einen neuen Termin zu einigen.
Die Treffen
Im Bezug auf die weiteren Treffen gibt es Empfehlungen, letztendlich entscheiden
die Paten mit den Jugendlichen gemeinsam, wo und wie oft sie sich treffen.
So wäre es ratsam, dass die Treffen zunächst einmal in der Woche für 2 Std.
stattfinden. Räumlichkeiten werden für die Treffen zur Verfügung gestellt.
Im weiteren Verlauf ist es dann ratsam, je näher man dem gewünschten Ziel
kommt, die Treffen zu verringern bzw. die zeitlichen Abstände zu vergrößern.
Inhalte/Ziele
Wie bereits erwähnt sind die Ziele sehr individuell zu setzen, so hängt es
von dem/der Jugendlichen und auch dem Paten ab. Ziele können sein:
Unterstützung bei schulischen Defiziten
Begleitung bei Amts- und Behördengängen
Unterstützung bei der Suche nach einem Praktikum
Überblick verschaffen über Bewerbungsaktivitäten
Begleitung zum Bewerbercafe
Gemeinsamer Besuch beim BIZ
Unterstützung bei der Klärung von Alltagsproblemen
Förderung der Mobilität
Verbesserung der Deutschkenntnisse
Beim Erstkontakt werden die Ziele gemeinsam erarbeitet und in Zielvereinbarungen
festgehalten. Frau Klünder wird die Erarbeitung der Ziele begleiten und kontrollieren
Gruppenveranstaltung der Paten. Den Paten wird in Form von monatlich stattfindenden
Gruppenveranstaltungen die Möglichkeit geboten, sich über die bislang gesammelten
Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen. Des Weiteren erhalten sie die Möglichkeit,
entstandene Probleme und Fragen zu erläutern und gemeinsam an Lösungsstrategien
zu arbeiten. Dabei werden sie neben Frau Klünder von einer Supervisorin unterstützt.
Abschluss
Bevor die Patenschaft beendet wird, nachdem das Ziel erreicht wurde, treffen
sich der Pate, der/die Jugendliche und Frau Klünder zu einem Abschlussgespräch.
Dort erhalten Beide die Möglichkeit, das gemeinsam Erlebte zu reflektieren,
sowie Anregungen und Kritik zu äußern. Bei diesem Abschlussgespräch wird die
bislang geführte Dokumentation seitens des Paten an Frau Klünder übergeben.
Falls die Patenschaft frühzeitig abgebrochen werden muss, findet ebenfalls
ein Auswertungs- und Abschlussgespräch mit allen Beteiligten statt.
6) Dokumentation
Um den Verlauf der Ehrenamtlichenbörse besser nachvollziehen zu können, sowie
den Verlauf der einzelnen Treffen zwischen den Paten und den Jugendlichen
besser verfolgen zu können, bedarf es einer gewissen Dokumentation.
Diese sieht wie folgt aus:
Kontaktdatenblatt (Ehrenamtlicher)
Kontaktdatenblatt (Jugendlicher)
Einverständniserklärung seitens des Jugendlichen bezüglich seiner Daten
Einverständniserklärung seitens des Ehrenamtlichen bezüglich seiner Daten
Protokoll über Verlauf und Inhalt der einzelnen Treffen
Verbindliche Vereinbarung, die von beiden Seiten unterschrieben wird
Frau Klünder wird diese Dokumente zusätzlich separat auf ihrem PC speichern.
7) Anforderungen an die Ehrenamtlichen
Folgende Fähig- bzw. Fertigkeiten wären von Vorteil:
Kontaktfreudigkeit
Einfühlungsvermögen
Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen
Moderne Weltanschauung
Berufliche Erfahrung
Erfahrung im Umgang mit Ämter- und Behördengängen
Gewisses Maß an Durchsetzungsvermögen




